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2004-151-
Schundroman
von Kirchhoff, Bodo

Südwestrundfunk 2003 [83'/76MB]

Hörspiel (Krimi)
-> Einzeltitel [keine Serie] 

Regie: Koppelmann, Leonhard
Bearbeitung: Andrea Otte (Bearbeitung), Johan Daansen (Musik)
Übersetzung aus dem: -> unzutreffend oder unbekannt
Sprecher: Erzähler (Helmut Krauss), Willem Hold (Hans-Peter Hallwachs), Lou (Kathrin Angerer), Feuerbach (Sebastian Blomberg), Helen Stirius (Verena von Behr), Vanilla (Traudl Haas), Busche (Fred Maire), Nola (Irina Wanka), Zidona (Achim Hall), Homobomo Narciso (Calvin Burke), Bartels/Portier/Ganove/Kanzler/S. Franz (Gerd Kollek), Baltus (Walter Renneisen), Heike Puschmann (Stela Prislin), Willem/Kind (Patrick Heppt), Zidona/Kind (Willi Wang), Wolke (Sebastian Schwab), Kickler (Till Firit)

Der Auftragskiller Willem Hold sitzt im Flugzeug aus Manila nach Frankfurt: Er soll einen schwerreichen Unternehmer umlegen. Auf dem Flug lernt er die Edelnutte Lou kennen und lieben. Sie ist auf illegale Weise an einen Picasso gekommen, hat ihn verkauft und wird nun im Auftrag der legitimen Besitzer beschattet. Als Hold Lou von ihren Verfolgern befreien will, erwischt er einen berühmt-berüchtigten Literaturkritiker, den er zufälligerweise gleich totschlägt. Dieser Mord ist der Auftakt für ein Verwirrspiel der Pulp-Fiction - es reihen sich Mord an Totschlag.

Anmerkung: Hörspiel des Monats März 2003 - Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:
"Die Hörspiel-Version von Bodo Kirchhoffs "Schundroman" ist eine gleichermaßen artistische wie intelligente Antwort des Radios auf die Herausforderungen des Leichten und Seichten.

Andrea Otte (Bearbeitung) und Leonhard Koppelmann (Regie) überzeugen durch einen frischen, beherzt zupackenden, dabei streng den Intentionen des Autors folgenden Umgang mit der Romanvorlage.

Es gelingt ihnen, den von Kirchhoff treffsicher parodierten Groschenroman, seine leere, mit Effekten, glibberigen Emotionen und Klischees gestopfte Story so in Szene zu setzen, dass sich der Hörer in seiner geistig-sinnlichen Doppelbedürftigkeit erlebt. Kirchhoffs Sprachenergie bekommt durch die geschickte Anwendung radiophoner Mittel zusätzliche Wucht. Diese Wucht schafft Hörvergnügen, vergrößert aber auch den Raum für eine reflektierende Wahrnehmung. Der Katalog all jener Erzählmethoden, die aus einer Geschichte eine "fesselnde" Geschichte machen, wird auf heitere Weise lesbar und sinnlich erfahrbar.

Wesentlichen Anteil am runden Gesamteindruck haben Sprecher, die das Kunststück vollbringen, ewigen Klischees einen irritierenden Zug von Glaubwürdigkeit zu geben. Stellvertretend genannt seien Hans-Peter Hallwachs als sich völlig emotionslos gebender Bösewicht Willem Hold und Kathrin Angerer als süß-verruchte Edelprostituierte Lou. Die Szenen, die Kirchhoffs "Schundroman" in die Nähe von Martin Walsers skandalisierter Literaturbetriebs-Parodie "Tod eines Kritikers" bringen, werden übrigens nicht ausgeschlachtet, sondern im Gegenteil zurückhaltend behandelt."

Personen (wahr):
Personen (fiktiv):
Geographischer Bezug: