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2003-096-
Rosebud
von Schlingensief, Christoph

Westdeutscher Rundfunk 2002 [44'/38MB]

Sprachexperiment (Politik, Weltanschauung)
-> Einzeltitel [keine Serie] 

Regie: Schlingensief, Christoph
Bearbeitung:
Übersetzung aus dem: -> unzutreffend oder unbekannt
Sprecher: O-Toneinspielung (Theodor W. Adorno), Bundeskanzler (Bernhard Schütz), Doris, seine Frau (Margareta Broich), Margit (Sophie Rois), Rosmer (Volker Spengler), Gernot, Rosmers Sohn (Marc Hosemann), Heisenberg (Werner Brecht), Kroll (Martin Wuttke), Susi, Rosmers Sohn (Sachiko Hara-Franke), Erzählerin (Margit Carstensen)

Schlingensief inszeniert seinen aktuellen Volksbühnen-Erfolg für das Radio: Die Geschichte zweier Politiker, die sich ihre Meldungen lieber selber machen und mit einer neuen Sonntagszeitung die Welt - vor allem ihre eigene - verbessern wollen. Am Ende holt die böse Welt - vor allem unsere - sie wieder ein. "Ich kann das nicht, Kroll, ich bin nicht der Richtige!" sagt der Abgeordnete Rosmer zu seinem alten Freund und Kollegen, als der ihn für das Vorhaben entflammen will. "Ich kann das nicht, Kroll. Warum machen sie es nicht alleine?" sagt der Abgeordnete und Verleger Rosmer noch so manchesmal, wenn Kroll ihn Hilfe suchend fixiert angesichts der Ödnis der politischen Medienlandschaft. Und doch: Sie tun es. Rosmer und Kroll gründen die Sonntagszeitung ZAS, die dem proklamierten Ende der Spaßgesellschaft den politischen Spaßjournalismus entgegen setzen will. Und prompt stürzt ihnen mit der Entführung der Kanzlergattin auch ein geeigneter Aufmacher ins Haus. Blöd nur, dass der ehrgeizige, auf den Pulitzer-Preis versessene, Reporter Rolli Koberg den Coup inszeniert hat. Wahrheit muß werden! Und das liberal! Kroll läuft zu echter Raserei auf, unterstützt durch des Verlegers Ehefrau Margit, eine Ex-Terroristin und leicht entflammbare Bachmann-Epigonin. Durch den Sog der Ereignisse - und brüskiert von Ata-Ata - wird sie rückfällig. Sie verbarrikadiert sich mit ihren Kindern im Haus, freut sich aber dennoch in all dem Durcheinander für ihren Mann, wenn sich die Weltereignisse für einen kurzen Moment vor sein neues, alles überschattendes Problem der Penisverholzung drängen. Doch mittelfristig können weder Margits Kampf um linke Ideale noch Krolls Ringen um die Reinheit der Mittel es verhindern: Rosmer fällt zurück auf sich selbst und wird zur Mutter seiner Kinder. "Rosmer," sagt die enttäuschte Margit kurz vor dem Showdown, "du hättest mir doch was sagen können!" Und zu dem Liberalen: "Sehen sie, Kroll, das ist die Qualität des Hörspiels: Hier kann man Dinge tun, die draußen schon lange nicht mehr ..." Lobende Erwähnung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste: "eine anarchische Karikatur aktueller politischer, medialer und terroristischer Ereignisse."

Anmerkung: 39' das Hörspiel, 5' die Danksagung Schlingensiefs an die Jury des "Hörspielpreises der Kriegsblinden".

Personen (wahr):
Personen (fiktiv):
Geographischer Bezug: