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2002-173-
Der Name der Rose
von Eco, Umberto

Bayerischer Rundfunk, Norddeutscher Rundfunk, Südwestfunk 1986 [334'/306MB]

Hörspiel (Geschichte, Gesellschaftskritik, Krimi)
-> Einzeltitel [keine Serie] 

Regie: Düben, Otto
Bearbeitung: Richard Hey (Bearbeitung), Peter Zwetkoff (Musik), Burkhard Kroeber (Übersetzung)
Übersetzung aus dem: Italienischen
Sprecher: Abbo (Manfred Steffen), Alinardus von Grottaferrata (Wolfgang Büttner), Aymarus von Alessandria (Wolfgang Hinze), Benno von Uppsala (Martin Umbach), Berengar von Arundel (Marcus Boysen), Bernard Gui (Richard Münch), alter Adson (Heinz Moog), junger Adson (Christian Schulz), junge Frau (Elektra de Salvo), Mönche (Gernot Duda, Peter Fricke, Heini Goebel, Michael Lenz, Rudolf Wessely), Jorge von Burgos (Paul Hoffmann), Küchenmeister (Michael Habeck), Malachias von Hildesheim (Rolf Boysen), Nicolas von Morimond (Stefan Wigger), Remigius von Varagine (Helmut Stange), Salvatore (Wolfgang Reichmann), Severin von Sankt Emmeran (Ernst Jacobi), Ubertin von Casale (Lukas Ammann), Venantius von Salvemec (Peter Lieck), William von Baskerville (Pinkas Braun)

"Am 16. August 1968 fiel mir ein Buch aus der Feder eines gewissen Abbe Vallet in die Hände: 'Le manuscript de Dom Adson de Melk, traduit en francais d'apres l'edition de Dom J. Mabillon (Paris 1842)'. Das Buch, versehen mit ein paar historischen Angaben, die in Wahrheit recht dürftig waren, präsentierte sich als die getreue Wiedergabe einer Handschrift aus dem 14. Jahrhundert, die der große Gelehrte des 17.Jahrhunderts, dem wir so vieles für die Geschichte des Benediktinerordens verdanken, angeblich seinerseits im Kloster Melk gefunden hatte. In einem Zustand großer Erregung las ich fasziniert die schreckliche Geschichte des Adson von Melk, und so heftig ließ ich mich von ihr packen, daß ich gleichsam aus dem Stand eine Rohübersetzung anfertigte. Rasch füllten sich mehrere jener großen Schreibhefte der Papeterie Joseph Gibert, in denen es sich so angenehm schreiben läßt, wenn die Feder geschmeidig ist." So beginnt Umberto Eco das Vorwort seines Romans, der ein literarisch interessiertes Publikum ebenso faszinierte wie Kriminalhörspielfans. Anno Domini 1327, letzte Novemberwoche in einer reichen Cluniazenser-Abtei an den Hängen des Apenin: Bruder William von Baskerville, gelehrter Franziskaner aus England, kommt als Sonderbotschafter des Kaisers in delikater Mission: Er soll ein hochpolitisches Treffen zwischen den der Ketzerei verdächtigen Minoritäten und Abgesandten des Papstes organisieren. Doch bald erweist sich sein Aufenthalt in der Abtei als apokalyptische Schreckenszeit: In den sieben Tagen und Nächten werden William und sein Gehilfe Adson Zeugen der wundersamsten und für eine Abtei höchst befremdlichen Begebenheit. Ein Mönch ist im Schweineblutbottich ertrunken, ein anderer aus dem Fenster gesprungen, ein dritter liegt tot im Badehaus. Gerüchte schwirren durch die Abtei, und nicht nur der Abt hat etwas zu verbergen. Überall sind fromme Spurenverwischer und Vertuscher am Werk. William, der Ex- Inquisitor, wird vom Untersuchungsfieber gepackt. Weit mehr als der Streit zwischen Kaiser und Papst interessiert ihn die Entlarvung des Mörders. "Was Bruder William tatsächlich suchte", notiert sein Gehilfe Adson, "wußte ich damals nicht, und um die Wahrheit zu sagen, ich weiß es noch heute nicht recht. Was ihn antrieb, war einzig sein nimmermüdes Streben nach Wahrheit, gepaart mit seinem steten und fortwährend von ihm selbst genährten Verdacht, daß die Wahrheit nie das sei, was sie in einem gegebenen Augenblicke zu sein schien. Vielleicht haben ihn auch die dringlichen Anforderungen der Zeitläufte in jenen Jahren ein wenig von seinen Lieblingstudien abgelenkt. Mit welcher Mission er beauftragt war, blieb mir während unserer ganzen Reise verborgen, jedenfalls sprach er mir gegenüber niemals davon."

Anmerkung: Unglaublich, aber wahr: ich dachte die ganze Zeit, dieses Hörspiel wäre zwischen 1950 und 1960 produziert worden...

Personen (wahr): William von Baskerville
Personen (fiktiv):
Geographischer Bezug: