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2002-085-
Professor Tarantogas Sprechstunde
von Lem, Stanislaw

Bayerischer Rundfunk 1977 [59'/40MB]Bewertung

Hörspiel (Komödie, Science Fiction, Weltanschauung)
-> Einzeltitel [keine Serie] 

Regie: Hasselblatt, Dieter
Bearbeitung: Klaus Staemmler (Übersetzung)
Übersetzung aus dem: Polnischen
Sprecher: Professor Tarantoga (Kurt Lieck), Magister Sianko (Eric P. Caspar), Herr Fryk, Erfinder des Perpetuum mobile (Willy Semmelrogge), der Zudecker von Erfindungen (Dietrich Thoms), Ingenieur Zumpf (Wolfried Lier), Schneller, Erfinder des Anter (Karl Lieffen), die beiden Antecipisten (Herbert Bötticher, Max Mairich)

Tüftler, Spinner und Utopisten präsentieren ihre teils kuriosen, teils unmöglichen Erfindungen. Der Erfinder des Perpetuum mobile gibt sein Ehrenwort, dessen Funktionstüchtigkeit zu beweisen, sofern ihm Professor Tarantoga doch bitte einen Vorschuß gäbe. Der Zudecker von Erfindungen möchte durch Manipulation der Vergangenheit die Entdeckung der Atomkraft ungeschehen machen. Ein anderer will mit seinem Phantomotron okkulte Geistwesen erzeugen, um den Spiritismus zu rechtfertigen. Wieder einer hat die perfekte Waffe gegen den Terrorismus erfunden, bietet aber dazu auch Gegenmittel und Gegen-Gegenmittel an, weil ja schließlich Rüstungskonzerne auch Panzer und Panzerabwehrraketen zusammen verkaufen. Schließlich stellen sich zwei Herren Tarantoga als Antecipisten vor. Ihre Tätigkeit sei die Erfindungsprophylaxe, was freilich nicht bedeute, daß sie Erfindungen zu verhindern gedächten, im Gegenteil: Die Menschheit solle rechtzeitig auf künftige Entwicklungen vorbereitet werden, um so dem Schock ungewollter, aber nicht mehr vermeidbarer Folgen von Erfindungen zu begegnen. Nicht nur, daß die beiden sich zu diesem Zweck eine neue, zweckdienlichere Anatomie für den Menschen ausgedacht haben; sie präsentieren auch eine von ihnen entwickelte "existentielle Relativitätstheorie", mit der sie angesichts der materiellen, geistlosen Welt die Schaffung eines völlig neuen Glaubens propagieren, die Errichtung einer neuen, begrifflichen Welt, um ein positives Bild der Zukunft zu zeichnen; es werde eine Ingenieurtechnik der Sinngebungen und Werte entstehen, nicht um propagandistische Hoffnung zu wecken, sondern um den Bedürfnissen des Menschen zu dienen und ihm eine neue Daseinsberechtigung zu geben.

Anmerkung:

Personen (wahr):
Personen (fiktiv):
Geographischer Bezug: