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2001-180-
Pitcher
von Filz, Walter

Westdeutscher Rundfunk 2000 [54'/49MB]

Sprachexperiment (Krimi)
-> Einzeltitel [keine Serie] 

Regie: Filz, Walter
Bearbeitung:
Übersetzung aus dem: -> unzutreffend oder unbekannt
Sprecher: Joachim Kerzel, Walter Filz, Friedrich Blutner, Helmut Fest u.a.

Er war Harvey Keitel und Jack Nicholson, er sprach die Allianz- und die Post-Reklame: zehntausend Hollywood-Filme, hunderttausend Werbungen. Die Stimme ist verbraucht. Niemand will ihn mehr hören, das klassische Synchronsprecher-Schicksal. Jetzt macht er die stillen Jobs, wo man nicht selber spricht, sondern Leute zum Schweigen bringt. Diesmal beauftragt ihn der Boss des Stimmenkartells, ins Erzgebirge zu fahren, um einen gewissen "Pitcher" umzubringen. Der ist Sounddesigner, kann Stimmen aufpolieren und perfekt machen. Und steht dem Stimmenkartell deshalb im Wege...

Anmerkung: Mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden für das Jahr 2000 wird Walter Filz ausgezeichnet. Er erhält den Preis für das Hörspiel "Pitcher". Es wurde am 10. Oktober 2000 vom Westdeutschen Rundfunk Köln urgesendet. Bei der zweitägigen Sitzung in Bremen entfielen auf "Pitcher" 17 von insgesamt 19 Stimmen. Begründung der Jury:

"Ein leicht abgehalfterter Profi-Synchronsprecher soll und will seine Stimme aufpolieren, um wieder im Mediengeschäft mitmischen zu können. Dabei gerät er an einen Klangspezialisten und Sound-Designer, den sogenannten Pitcher. Der bietet im Erzgebirge mit einem Institut verkaufsfördernde Dienstleistungen für die im Osten gewendete neue Gesellschaft an. Aus dieser kuriosen Konstellation entwickelt sich ein nicht nur doppel-, sondern gleich mehrfach-bödiges skurriles Spiel. Walter Filz verwertet dabei Radio-Versatzstücke ? O-Töne aus Reportagen, Reiseberichten und Interviews ? und kombiniert dieses authentische Material mit fiktiven Passagen. Er inszeniert also Vorgefundenes, indem er es durch Erfundenes verbindet und konstruiert so neue Sinnbögen und Zusammenhänge. Daraus entsteht eine raffinierte Satire mit einer Mischung aus Krimi-Elementen und Anklängen an eine komische Nummern-Oper. Wie nebenbei wird dabei das eigene Medium so kritisch wie lustvoll reflektiert. Das alles geschieht spielerisch, unverbraucht, mit vielfarbigen Strichen, amüsant, witzig, schwarz-humorig. Und es ist immer vom Klang gedacht und mit Klang gemacht. So lässt dieses Hörspiel erkennen, dass es hier um eine neue Wirklichkeit geht ? eben die Medienwirklichkeit, in der Fiktion und Realität untrennbar miteinander verschränkt sind. "Pitcher" löst glänzend ein, was auch programmatisch in der Reihe "Lauschangriff" im jungen WDR-Radioprogramm Eins Live angelegt ist: Hören aus lauter Lust."

Personen (wahr):
Personen (fiktiv):
Geographischer Bezug: